Nummerierung von Vorfahren: Ahnentafel, Kekulé-Nummern und Stammliste
Die Nummerierung von Vorfahren ermöglicht es, eine Familie übersichtlich zu erfassen, ohne einen verzweigten Baum zu zeichnen. Jede Person erhält eine eigene Nummer. An ihr allein lässt sich ablesen, zu welcher Generation die Person gehört und wer wessen Elternteil ist. Im Folgenden werden die Unterschiede zwischen Ahnentafel, Nachfahrentafel und Stammliste sowie die Regel für die Vergabe der Nummern erläutert.
Ahnentafel, Nachfahrentafel und Stammliste
Eine Ahnentafel verzeichnet die Vorfahren einer einzelnen Person. Im Baum führt sie nach oben, von der untersuchten Person zu den Eltern, Großeltern und weiteren Generationen. Dieser Aufbau eignet sich, um die eigene Herkunft oder die einer bestimmten Person zu klären.
Umgekehrt geht die Nachfahrentafel vor. Sie beginnt bei einem Paar und nennt dessen Kinder, Enkel und die folgenden Generationen. Die Darstellung führt also nach unten und geht von zwei Personen aus, nicht von einer.

Einen anderen Ansatz verfolgt die Stammliste. Sie versammelt Personen eines Familiennamens, meist entlang der männlichen Linie. Damit zeigt sie weder die Vorfahren noch die Nachkommen einer Einzelperson, sondern einen ganzen Zweig mit gemeinsamem Namen. Jede dieser Darstellungen beantwortet eine andere Frage. Deshalb lohnt es sich, die passende Form zu wählen, bevor das Material geordnet wird.
Die Kekulé-Nummer: so funktioniert die Nummerierung
Die Nummerierung nach Kekulé, auch Sosa-Stradonitz-System genannt, beruht auf einer einfachen Regel. Die untersuchte Person trägt die Nummer 1, der Vater die Nummer 2 und die Mutter die Nummer 3. Für eine Person mit der Nummer n gilt: Ihr Vater erhält die Nummer 2n, ihre Mutter die Nummer 2n+1.
Diese Formel gilt für jede weitere Nummer. Das ist möglich, weil eine gerade Nummer den Vater bezeichnet und eine ungerade Nummer, abgesehen von der 1, die Mutter. Die Eltern der Personen mit den Nummern 2 und 3 tragen daher die Nummern 4 bis 7.
Auch die Generation lässt sich aus der Nummer bestimmen. Zur ersten Generation gehört die Nummer 1, zur zweiten gehören die Nummern 2 und 3, zur dritten die Nummern 4 bis 7. Eine Kekulé-Nummer genügt somit, um die Position einer Person in der Ahnentafel zu erkennen, selbst wenn die gesamte Aufzeichnung nicht vorliegt.
Woher stammt die Regel und wofür ist sie nützlich?
Michael Eytzinger beschrieb das Prinzip im Jahr 1590. Jerónimo de Sosa verbreitete es im Jahr 1676, und 1898 wandte Stephan Kekulé von Stradonitz es in seinem Atlas der Ahnentafeln an. Daraus leiten sich die beiden Bezeichnungen ab, die abwechselnd verwendet werden.
Bei größeren Beständen zeigt sich der praktische Nutzen. Ein als Schema gezeichneter Stammbaum wird schnell unübersichtlich. Die Nummerierung überführt diese Zeichnung in eine geordnete Aufzeichnung, die sich bei vielen Personen leichter führen und lesen lässt.
Auch Lücken sind zu berücksichtigen. Ist ein Vorfahre nicht bekannt, bleibt seine Nummer frei. Ein fehlender Eintrag verschiebt die übrigen Personen nicht, sodass die Aufzeichnung auch bei unvollständigen Daten stimmig bleibt. Liegen neue Erkenntnisse vor, genügt es, den Eintrag unter der freien Nummer zu ergänzen.
Zusammenfassung
Die Ahnentafel führt nach oben, die Nachfahrentafel nach unten, und die Stammliste ordnet Personen eines Familiennamens. Bei der Nummerierung von Vorfahren nach Kekulé erhält jede Person eine eindeutige Nummer, aus der sich ihre Generation und die Beziehung zwischen Eltern und Kind ablesen lassen. Es genügt, sich die Formel 2n und 2n+1 zu merken, um jede nach diesem Schema geführte Ahnentafel zu lesen.