Was sind Kirchenbücher?

In den Pfarreien wurden Kirchenbücher in getrennten Reihen für Taufen, Trauungen und Beerdigungen geführt. Da jede Reihe ein anderes Ereignis erfasst, lassen sich Angaben zu einer Person an mehreren Stellen zusammentragen. In der katholischen Kirche führte das Konzil von Trient im 16. Jahrhundert die Pflicht ein, Taufregister und Eheregister zu führen. Auch in lutherischen Ländern wurden Kirchenbücher im 16. Jahrhundert im Rahmen der Kirchenordnungen eingeführt, allerdings je nach Ort in unterschiedlichen Jahren. Ein einheitliches Einführungsdatum gilt daher nicht für eine ganze Region. Wann die Aufzeichnungen beginnen, hängt von der jeweiligen Pfarrei ab.

Was enthalten Taufbuch und Trauungseintrag?

Taufbücher nennen in der Regel das Kind, die Eltern und die Paten. Ein Trauungseintrag verzeichnet das Paar und häufig die Trauzeugen, deren Namen bei der Recherche ebenfalls festgehalten werden sollten. Im Beerdigungseintrag finden sich Angaben zum Verstorbenen und oft auch zu dessen Alter.

Aufgeschlagenes altes Kirchenbuch mit Lupe und Bleistift auf hellem Leinen

Zu beachten ist, dass das Taufdatum nicht dem Geburtsdatum entspricht, denn die Taufe fand meist erst nach einigen Tagen statt. In Beerdigungseinträgen wurde das Alter des Verstorbenen oft nur ungefähr angegeben. Das daraus errechnete Geburtsjahr ist deshalb lediglich ein Richtwert. Der verlässlichste Hinweis bleibt der Eintrag im Taufbuch. Die Altersangabe im Beerdigungseintrag dient dagegen der Suche und nicht der endgültigen Bestätigung.

Wie findet man Kirchenbücher und liest die Einträge?

Viele Bücher liegen in kirchlichen und staatlichen Archiven in digitalisierter Form vor, ein Teil ist nur auf Mikrofilm verfügbar. Vor Beginn der Suche ist daher zu klären, zu welcher Pfarrei der Ort im betreffenden Zeitraum gehörte und wo die Kirchenbücher aufbewahrt werden.

Weitere Schwierigkeiten bereiten Sprache und Schrift. Die Bücher wurden auf Latein oder Deutsch geführt, wobei sich die Handschrift von Epoche zu Epoche veränderte. Beim Lesen hilft eine griffbereite Liste der typischen Abkürzungen. Der Einstieg fällt mit Einträgen aus späteren Jahrzehnten leichter. Erst danach empfiehlt es sich, zu den älteren, schwerer lesbaren Einträgen zurückzugehen.

Wie dokumentiert man Ergebnisse aus Kirchenbüchern?

Es empfiehlt sich, zu jeder Angabe die Signatur des Buches, die Seite oder die Nummer des Eintrags zu notieren. So lässt sich die Quelle später erneut heranziehen, um die Lesung zu prüfen und Einträge zur selben Familie miteinander zu vergleichen. Diese Vorgehensweise erleichtert es auch, Fehler zu erkennen, wenn zwei Einträge einander zu widersprechen scheinen, etwa wenn ein Trauungseintrag und ein Taufeintrag unterschiedliche Angaben enthalten.

Kirchenbücher verlangen Geduld, belohnen diese aber mit konkreten Daten zu Eltern, Zeugen und weiteren Generationen. Es lohnt sich, sie Schritt für Schritt zu lesen, mehrere Einträge zu vergleichen und ungefähre Angaben wie das Alter eines Verstorbenen ausschließlich als Anhaltspunkt zu behandeln.