Zwei Kalender: der julianische und der gregorianische

Der julianische Kalender galt in Europa bis zur gregorianischen Reform von 1582. Mit der Reform entfielen 10 Tage. Eingeführt wurde sie zunächst in den katholischen Ländern. Weitere Staaten übernahmen den gregorianischen Kalender nach und nach, sodass derselbe Tag je nach Ort mit einem anderen Datum verzeichnet sein konnte.

Die meisten protestantischen Staaten des Reiches wechselten erst im Jahr 1700 zum gregorianischen Kalender. Damals betrug der Unterschied zwischen den Kalendern bereits 11 Tage. Zur selben Zeit konnten deshalb in benachbarten Orten unterschiedliche Datumsangaben gelten. Bei jedem Eintrag ist daher zu klären, in welcher Pfarrei und in welchem Land er entstand. Davon hängt ab, welcher Kalender verwendet wurde.

Zwei ineinandergreifende Kalenderscheiben als Linienzeichnung in Marineblau und Petrol

Jahresanfang und Doppeldaten

Das Jahr begann nicht überall am 1. Januar. Ebenso üblich waren der 25. März, Ostern oder Weihnachten. Ein Tag im Januar oder Februar konnte somit je nach Brauch einem anderen Jahr zugeordnet werden.

Diese unterschiedlichen Bräuche erklären die Doppeldaten, also zwei nebeneinander geschriebene Jahreszahlen in Büchern aus den ersten Monaten des Jahres. Beide Jahreszahlen sollten deshalb ohne Vereinfachung in die Datenbank übernommen werden.

Feste statt Tagesnummer

In alten Büchern wurde ein Tag oft durch ein Fest oder einen Sonntag statt durch eine Nummer bezeichnet. Zur Bestimmung des richtigen Datums wird ein Kalender der beweglichen Feste benötigt, denn der Termin von Ostern und den damit verbundenen Feiertagen ändert sich von Jahr zu Jahr. Zunächst muss das Jahr geklärt werden, anschließend der Kalender, nach dem die Angabe notiert wurde. Erst dann ist eine Umrechnung sinnvoll.

Taufe, Geburt und der Eintrag in der Datenbank

Die Daten von Taufe, Geburt, Trauung und Aufzeichnung sind eigenständige Informationen und sollten in der Datenbank getrennt geführt werden. Jedes Datum beantwortet eine andere Frage, etwa wann ein Ereignis stattfand oder wann es aufgezeichnet wurde. Eine Vermischung dieser Angaben führt zu falschen Schlüssen über das Alter und die Reihenfolge der Ereignisse.

In der Datenbank wird außerdem vermerkt, ob ein Datum genau, ungefähr oder umgerechnet ist. Wer mit den Daten arbeitet, erkennt so, ob eine Angabe unmittelbar aus der Quelle stammt oder erst durch eine Umrechnung zwischen den Kalendern ermittelt wurde. Solche Vermerke strukturieren die Arbeit und machen die ursprüngliche Angabe nachvollziehbar.

Datumsangaben in genealogischen Quellen erfordern deshalb Vorsicht. Für jeden Eintrag sind der Kalender, der Jahresanfang, die Feste und die Art des Ereignisses einzeln zu klären.